Themen:

  • Niklas hat schon viel Antisemitismus erlebt - und das obwohl er kein Jude ist. Denn als Besucherbetreuer im Jüdischen Museum begegnen ihm viele Menschen mit Vorurteilen, fragen oft ernsthaft, ob er beschnitten ist. Niklas macht das Beste draus - er hat neue jüdische Freunde und ein Lebensthema gefunden.

  • Gad wollte unbedingt weg aus Israel: zu klein, zu teuer, zu kompliziert. Seit sechs Jahren wohnt der Musiker ausgerechnet in Berlin. Mit der Nazi-Vergangenheit hat Gad, wie viele junge Israelis, kein Problem. Die Vergangenheit ist vergessen, oder?

  • Chaya lebt auf besetztem Gebiet im Westjordanland. Aus Köln ist sie in eine jüdische Siedlung gezogen, die nach internationaler Auffassung auf palästinensischem Land steht. Doch Chaya sieht das anders. Sie will sich hier ein Zuhause aufbauen.

  • Chris betreibt zwei Hostels - eines in Jerusalem und eines in Ramallah. Zwischen den beiden liegt ein Checkpoint, Stacheldraht, Warteschlangen. Eigentlich will Chris Kulturen zusammen bringen, dabei verzweifelt er selbst jeden Tag an dieser Grenze. Was treibt ihn trotzdem weiter?

  • Joujou arbeitet für mehr Liebe - ausgerechnet dort, wo der Hass regiert, im Internet. Ihre Facebook-Gruppe heißt "Palestine loves Israel" und will die Feindschaft im Nahen Osten auf neuen Wegen überwinden. Aber wie soll das gehen, bei den ganzen Hatern?

  • Sherry und Ori gegen die Weltpolitik. Sie ist Iranerin, er ist deutscher Jude. Sie verlieben sich. Aber einfach mal Oris Familie in Israel besuchen? Geht nicht. Iran und Israel sind schließlich Feinde. Dabei haben beide Völker erstaunlich viel gemein, sagt Sherry.

  • Samuel arbeitet als Gesangslehrer - bei der Armee. Er hat sich lange gewehrt, Soldat zu werden. Aber als Einwanderer aus Deutschland muss er wie jeder Mann drei Jahre zu den Israel Defense Forces. Dabei will er eigentlich Opernsänger werden.

  • Liad ist schwul und gerade Vater von Zwillingen geworden. In Tel Aviv ist er damit ganz normal. In Deutschland wäre er die absolute Ausnahme. Auch deshalb ist Liad nach zwei Jahren in Berlin zurück nach Israel gegangen - denn in Deutschland ist sein Weg zur Vaterschaft verboten.

Gad, 31

Gad ist Sänger und Producer der Band "Dirty Honkers". Zusammen mit einem Franzosen und einer Kanadierin macht er Electro-Swing mit Saxophon und Joystick. Für die Musik ist er vor sechs Jahren von Israel nach Berlin gekommen – und geblieben. Israel war ihm einfach zu klein und zu kompliziert.
Gads Band: Dirty Honkers

Joujou, 32

Joujou ist Deutsch-Palästinenserin. Sie  hat eine Facebook-Gruppe gegründet, auf der sich User über den Nahost-Konflikt austauschen. „Palestine loves Israel“ – eine Plattform, auf der Friedensgeschichten gepostet werden – aber auch harte Beleidigungen.
Joujous Projekt: Palestine loves Israel

Liad, 40

Liad hat ein Start-up mit aufgebaut und für Greenpeace Israel gearbeitet. Zwei Jahre lang hat er in Berlin gelebt. Heute lebt er in Tel Aviv und hat mit seinem Freund Zwillinge. Sein Weg zur Vaterschaft ist in Deutschland verboten.

Niklas, 25

Niklas studiert Geschichte. Er hat schon alle möglichen Jobs gemacht, aber in keinem musste er sich so häufig erklären, wie als Besucherbetreuer im Jüdischen Museum. Er wurde Experte für jüdisches Leben, obwohl er selbst gar kein Jude ist.

Chaya, 23

Chaya ist in Köln aufgewachsen und wohnt heute in einer Siedlung im Westjordanland. Nach internationaler Rechtsauffassung lebt sie auf palästinensischem Gebiet, was Israel besetzt hält. Chaya sieht das anders.
Chayas Blog: Die Siedlerin

Chris, 38

Chris fühlt sich als Palästinenser. Er wohnt in Jerusalem und hat das erste Hostel überhaupt im palästinensischen Ramallah gegründet. Zwischen den beiden Städten pendelt er und muss deshalb täglich einen israelischen Checkpoint passieren. Das nervt.

Sherry,30 und Ori, 34

Sherry und ihr Mann Ori lieben sich. Alles klar also. Wäre da nicht die Politik: Sherry kommt aus dem Iran, Ori ist in Deutschland geborener Jude, ein Teil seiner Familie lebt in Israel. Das bedeutet: Einfach mal die Großeltern besuchen - geht nicht.

Samuel, 27

Samuel wollte eigentlich nie zur Armee. Aber als Einwanderer aus Deutschland muss er wie fast jeder Israeli seinen Dienst bei den Israel Defense Forces ableisten -  dabei will er eigentlich Opernsänger werden.
Samuels Internetseite: www.samuelberlad.com

ÜBER DAS PROJEKT

Bei Tacheles treffen acht Menschen aus Israel, Deutschland und dem Nahen Osten zusammen. Sie alle eint, dass sie an Grenzen und Konventionen kratzen. Dass sie neue Lösungen für alte Feindschaften suchen. Jede Woche diskutieren sie zu einem gemeinsamen Thema, reden tatsächlich Tacheles. Ein Protagonist setzt das Thema, die anderen antworten auf sein Video. Jeder aus seiner Sicht, mit seinem Background. 50 Jahre nach Aufnahme der deutsch-israelischen Beziehungen haben sich Deutschland, Israel und der Nahe Osten so einiges zu sagen – und auch ihr könnt mitdiskutieren. Heraus kommt Tacheles – ein Projekt der ARD, produziert von PULS, dem jungen Programm des Bayerischen Rundfunks, und dem ARD-Hörfunkstudio in Tel Aviv.

TEAM

Idee/Konzept/Umsetzung: Christine Auerbach, Johannes Berthoud, Torsten Teichmann, Christian Wagner
Redaktion: Till Ottlitz
Kamera: Lukas Hellbrügge (Kamera/ Schnitt), Tatjana Sikorski (Kamera)
Social Media/ Online: Jens Milkowski, Bettina Dunkel
Design: Ursula Brunthaller
Frontend-Entwicklung: David Zeidler
Produktverantwortlicher Wordpress: Jerry Manz